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Gefährlicher Schiausflug

 
 

Logbuch zur Zwei-Tagesskifahrt nach Saalbach/Hinterglemm

 

 

 

Vor 4.00 Uhr, Bäckerei Schönauer, Gundelsdorf:

SSV-Busfahrer Atschi lädt körbeweise Brezen in den Kofferraum seines Opel. Grund: Das Laugengebäck soll bei einer späteren Reisepause mit reichlich Weißwürsten verschnabbuliert werden.

 

4.35 Uhr, Parkplatz SSV-Sportheim, Hohenrieder Straße:

Überprüfung der Anwesenheitsliste durch Reiseleiter Norre. 48 von 50 angemeldeten Ski-Cracks sitzen bereits im Bus. Nach kurzem Telefonat wird schnell klar: Verzögerungen im Weißen Haus! Präsi Gamperl Tom und Gigo werden nachträglich aufgelesen, ein mittlerweile stattfindender Aufruhr im Heck des Busses wird mit Freibier der beiden Drialla gerade noch abgewendet.

 

4.45 Uhr, kurz vor der Eichkapelle bei Motzenhofen:

Chauffeur und Reiseproviant-Magaziner Bello fährt bei der 90°-Kurve beinahe geradeaus, weil er sich just im dem Moment an das teilweise Fehlen seiner Vorräte erinnert! Während nämlich die Weißen vorschriftsmäßig gebunkert wurden, lagern die warmen Brezen immer noch in einem matt-roten PKW bei Gebersdorf. Eine Rückkehr ist nicht mehr möglich, denn der wild fluchende Busfahrer entfernt sich immer mehr von den köstlichen Backwaren. Nicht bestätigten Angaben zufolge wurden die Laugenteile später an hiesige Hühner verfüttert.

 

7.30 Uhr, Autobahnraststätte Holzkirchen:

Wiederholte Pinkelpause, der Harndrang aufgrund erhöhter Pilsaufnahme ist unerträglich. 30 Minuten Aufenthalt wollen gut eingeteilt sein: Strullern, Beine vertreten, Ratschen, Rauchen

Einkaufen – in der kurzen Zeit fast nicht zu schaffen. Jedenfalls nicht für Euro-Eddi! Nach der Rückkehr zum Parkplatz sucht er vergeblich nach einem Reisebus mit Aichacher Kennzeichen – dieser befindet sich nämlich schon wieder auf der A8 Richtung Salzburg. Dort verursacht das plötzliche Fehlen des Reserve-Betreuers nur kurz Hysterie – eine sofortige Evakuierung des Fahnenflüchtigen wird von der Reiseleitung sofort eingeleitet.

 

7.35 – 9.30 Uhr, während der Fahrt:

Der Plan der Reiseleitung, irgendwo unterwegs noch die fehlenden Brezen zwecks Weißwurstfrühsstück zu ergänzen, schlägt fehl. Man kann sich nicht für die richtige Bäckerei entscheiden und macht aus dem Weißwurstfrühstück eine Apres-Ski-Brotzeit am Abfahrtstag.

 

9.30 Uhr, Ankunft Vorderglemm:

Die Brettl´-Fans zwängen sich ungeduldig aus dem Bus und checken ihr Equipment. Drei Mitreisenden geht die ganze Hektik allerdings am A.... vorbei, wegen diverser Fußleiden bzw. einer begründeten Ski-Phobie verbringen diese ein Wellness-Wochenende(Well, ne super Sauferei halt!)

 

 

10.00 Uhr, AnkunftWildenkarkogel in 1910 m Höhe

Erster richtiger Schneekontakt! Alle kommen sofort mit den örtlichen Gegebenheiten zurecht, besonders „Quietscha“ und Konsorten, denn die hatten bereits in der „Schönleitenbahn“ Hausrecht.

 

10.15 Uhr, Talabfahrt:

Während sich unsere Boarder und auch einige Skifahrer scheinbar verwachst haben, „fliegt“ eine kleine Gruppe dem Hauptfeld nahezu davon, eine Postlerin aus einem kleinen Petersdorfer Ortsteil nimmt´s aber zu wörtlich und kann einen spektakulären 30-Meter-Sprung gerade noch mit der Stirn abfangen.

 

 

10.00 – 12.00 Uhr: im Tal:

Die drei Ski-Abstinenzler stapfen unentwegt Richtung Saalbach mit dem Ziel „Hinterhagalm“. In dieser berüchtigten „Boatz“ wollen unsere Missionare den Ösis das Schafkopfen beibringen. Unverständlicherweise bereitet das Lesen der örtlichen Beschilderung Schwierigkeiten und auch das Befragen der „Eingeborenen“ führt erst spät zum Erfolg. Nachdem die Skibus-Achse Vorderglemm – Saalbach – Hinterglemm zum X-ten Mal erfolglos durchkämmt wird, erfolgt endlich eine Lagebesprechung, innerhalb derer die nicht nur latent diametralen Richtungsentscheidungsbereitschaften aufgrund durchaus vorhandenen defizitären körperlichen Wohlbefindens wegen übersteigerter Suggestibilität nurunzureichend zielgerichtet finalisiert werden, erreichen die drei unter ständigem Gejammere unseres Reiseleiters erst gegen Mittag ihr Ziel. 

 

Ab 12.00 Uhr, Hinterhagalm:

Tote Hose, kein Schwein da! Statt Halligalli-Party und Ski-Miezen verlieren sich die Drei in einem dunklen Bretterverschlag. Kein Grund für unsere Ski-Abstinenzler, nicht sofort mit Karten und Kleingeld bewaffnet, ein Solo nach dem anderen zu schmettern. Nach ein paar Stunden ist´s mit der Ruhe jäh vorbei. Innerhalb einer Viertelstunde ist die Bude rammelvoll. Ein wahrer Schafkopftourismus setzt ein, mit offenen Mündern verfolgen und bestaunen die meist ausländischen Skihasen und –rammler die Spielzüge unserer Kartenstrategen.

 

15.00 Uhr, Schattberg West:

Einem größerer Tross Skitourer bleibt wirklich nichts erspart: Nach mörderischen Abfahrten und etlichen Versuchungen in Form von Jägertee-Stationen geraten die Bedauernswerten in einen wahren Schneesturm. Die Sicht ist gleich Null und langsam macht sich Panik breit ob der Aussicht, den Einkehrschwung zu verpassen. Bartl und Co. meistern aber auch diese Herausforderung mit Bravour.

 

 

19.00 Uhr, Speisesaal im Hotel:

Fast alle Skifahrer und Boarder sind dem Schneesturm entkommen, lediglich eine kleine Gruppe trudelt mit einiger Verspätung ein. Wie Außerirdische wanken die drei Hinterhagalm-Spezialisten, nennen wir sie einfach einmal Schrotti, Spucki und Käpt´n Kork, wie in Trance zu ihren Plätzen. Trotz großen Hungers bereitet einem von ihnen die Essensaufnahme gehörige Schwierigkeiten. Probleme mit der Feinmotorik erschweren vor allem das Einschaufeln von Reis und anderen losen Nahrungsmitteln.

 

21.00 Uhr, Hotellobby:

Angeschlagen und müde lassen die meisten SSV´ler den Tag ausklingen. Osram-Forscher Brui hatte eigentlich von einer Spielerfrau den Auftrag, deren Mann vor alkoholischen wie anderen Verlockungen zu schützen. Diese Mission nimmt einen reziproken Verlauf, da der eigentlich zu observierende Bartl schon längst auf den Gebersdorfer Ortssprecher aufpasst.

 

 

Der zweite Tag ist nicht für die Nachwelt festgehalten. War wohl tote Hose; oder war der Chronist indisponiert?

 

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